STUMM-Film auf STUMM-Orgel & 20er-Jahre-Empfang
Unter dem Motto „Die Goldenen Zwanziger“ lädt der Kultursommer Rheinland-Pfalz 2026 zu einer Reise in eine Epoche voller kultureller und technischer Aufbrüche ein. Der STUMM-Orgelverein greift dieses Thema am Samstag, 10. Oktober, in Rhaunen auf und verbindet Stummfilm, historische Orgelmusik, Schellackklänge und Rhaunener Ortsgeschichte zu einem Abend in zwei Teilen.
Stummfilm und Live-Improvisation
Um 19:00 Uhr beginnt in der katholischen Kirche St. Martin in Rhaunen die Vorführung des Stummfilmklassikers Berlin – Die Sinfonie der Großstadt aus dem Jahr 1927 von Walter Ruttmann.
Der etwa 65 Minuten lange Film zeichnet einen Tag im pulsierenden Berlin der Weimarer Republik nach: Eisenbahnen und Straßenverkehr, Arbeit und Alltag, Vergnügen und Nachtleben fügen sich zu einem vielschichtigen Porträt der Großstadt und ihrer Zeit.
Seine besondere Wirkung erhält der Film an diesem Abend durch die live gespielte Musik. Der Schweizer Organist Johannes Fankhauser improvisiert die Filmmusik auf der historischen STUMM-Orgel von 1893 und knüpft damit an eine Aufführungspraxis an, die zur Kultur der Stummfilmzeit gehörte. Bild und improvisierte Musik entstehen so unmittelbar miteinander neu.
Der Eintritt zum Stummfilmkonzert ist frei, um eine Spende wird gebeten.
20er-Jahre-Empfang mit Salonbuffet und Schellackmusik
Ab etwa 20:30 Uhr wird die Zeitreise im Gemeindehaus an der evangelischen Kirche fortgesetzt. Dort erwartet die Gäste ein 20er-Jahre-Empfang mit Salonbuffet, Schellackmusik und Grammophon. Ein Begrüßungsgetränk ist im Eintrittspreis enthalten.
Jörg Kuhfuß, Trompeter, Sänger und langjähriger Kenner des frühen Jazz und der Musik der 1920er und 1930er Jahre, lässt mit historischen Schellackplatten und einem Grammophon die Klangwelt der „Goldenen Zwanziger“ wieder lebendig werden und erzählt dabei auch Wissenswertes über die Musik und ihre Zeit.
Zwischen einzelnen musikalischen Abschnitten richtet sich der Blick immer wieder auf Rhaunen selbst. Heiko Theobald, Autor des in diesem Jahr erschienenen Buches Rhaunen: Ein Buch, steuert kurze Geschichten und historische Schlaglichter aus dem Rhaunen der 1920er Jahre bei. So begegnen sich an diesem Abend Berlin auf der Leinwand, die Musik der Zwanziger und die Geschichte Rhaunens.
Auch die Gäste sind eingeladen, selbst Teil dieser Zeitreise zu werden: Kleidung oder Accessoires im Stil der 1920er Jahre sind herzlich willkommen.
Eintritt und Anmeldung
Stummfilmkonzert und Empfang können auch unabhängig voneinander besucht werden.
Für den 20er-Jahre-Empfang ist eine Anmeldung erforderlich unter
eva.feichtinger@stumm-orgelverein.de
Der Eintritt zum Empfang beträgt 18 € für Erwachsene und 10 € für Kinder und Jugendliche; Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Im Preis enthalten sind das Salonbuffet und ein Begrüßungsgetränk. Weitere Getränke werden separat berechnet. Die Bezahlung erfolgt an der Abendkasse.
Die Künstler
Johannes Fankhauser (Orgel)
Johannes Fankhauser (*1983) lebt in Therwil bei Basel und zählt zu den profilierten Improvisationskünstlern seines Fachs. Bereits früh entwickelte er eine außergewöhnliche Begabung im freien Spiel. Nach seinem Klavierstudium bei Thomas Larcher wandte er sich intensiv der Orgel zu und studierte unter anderem bei Guy Bovet sowie Komposition bei Balz Trümpy.
Seine künstlerische Arbeit verbindet historische Aufführungspraxis mit lebendiger, spontaner Gestaltung. Für sein Konzertdiplom wurde er vom Basler Organistenverband mit dem Förderpreis der Hans-Balmer-Stiftung ausgezeichnet.

Jörg Kuhfuß (Gestaltung des Empfangs)
Jörg Kuhfuß ist seit Jahrzehnten ein ausgewiesener Kenner der Musik der 1920er und 30er Jahre. Seine musikalische Arbeit ist geprägt von intensiver Beschäftigung mit historischen Aufnahmen, insbesondere mit Schellackplatten dieser Zeit.
Als Trompeter, Sänger und Bandleader der „Oklahoma Washboard Stompers“ hat er sich einen Namen in der traditionellen Jazzszene gemacht. Sein besonderes Interesse gilt der authentischen Klangwelt früher Jazz- und Unterhaltungsmusik, die er mit großer Leidenschaft sammelt, erforscht und präsentiert.
Beim Empfang im Anschluss an das Konzert bringt er diese Klangwelt mit historischen Tonträgern und einem Grammophon eindrucksvoll zum Leben.


