Orgelseminar mit Alessandro Bianchi

Italienische Orgelmusik aus Barock und Klassik
zum Kennenlernen, ausprobieren und zuhören

Fr, 28. – Sa, 29. Juni 2024
an den STUMM-Orgeln in Rhaunen und Sulzbach

Nach dem gelungenen Start im vergangenen Jahr findet das 2. Orgelseminar der STUMM-Orgelakademie am Fr, 28. und Sa, 29. Juni 2024 in Rhaunen und Sulzbach statt. Prof. Alessandro Bianchi erarbeitet mit den Teilnehmenden interessante, aber weitgehend unbekannte italienische Orgelliteratur in verschiedenen Schwierigkeitsstufen.

Schwerpunkt ist die Registrierung und Interpretation dieser Werke auf STUMM-Orgeln aus verschiedenen Generationen (Barock und Romantik) – also auch auf deutschen Orgeln generell.

Kosten

Aktive Teilnahme: 75€
Passive Teilnahme: 50€

Die Teilnahmegebühr beinhaltet die Teilnahme am Orgelkurs incl. Download der Noten sowie Snacks, Kaffee und Tee vor- und nachmittags während der Kurszeiten.

Zielgruppe

Haupt- und nebenamtliche Organisten, Student(innen), Liebhaber und Laien

Ablauf

Freitag, 28. Juni 2024
09:00 – 12:30 Rhaunen ev. Kirche
14:00 – 16:30 Rhaunen kath. Kirche
19:30 Wandelkonzert „Sternstunden italienischer Orgelmusik“, kath. Kirche & ev. Kirche Rhaunen mit Alessandro Bianchi

Samstag, 29. Juni 2024
09:00 – 12:30 Sulzbach ev. Kirche

Vorbereitung

Idealerweise werden Orgelwerke aus der angebotenen Literaturliste vorbereitet, es kann aber auch eigene Literatur mitgebracht werden.

Literatur

Die Literaturauswahl von 20 Orgelwerken in 3 verschiedenen Schwierigkeitsgraden und mehreren Stilepochen stehen für die Teilnehmenden zum Download bereit.
Den Download-Link erhalten die Teilnehmer mit der Bestätigungsmail nach erfolgter Anmeldung.

Drei ausgewählte Stücke stehen zum Herunterladen bereit und bieten einen kleinen Vorgeschmack. Zum Herunterladen der Noten bitte auf „Download“ neben dem entsprechenden Stück klicken.

Schwierigkeitsstufe Orgelwerke
leicht Giuseppe Gherardeschi – Postcomunio Download
mittel Bernardo Pasquini – Variazioni per il Paggio tedesco Download
schwierig Filippo Capocci – Toccata Download

Übemöglichkeiten

Die drei Orgeln stehen von Donnerstag – Samstag von 8 – 18 Uhr zum Üben zur Verfügung

Übernachtungsmöglichkeiten

Übernachtungsmöglichkeiten
Falls gewünscht, versuchen wir die Teilnehmenden privat in Rhaunen oder Sulzbach unterzubringen.

Hotelempfehlung:
Hotel Forellenhof
Reinhardtsmühle 1
55626 Bundenbach-Rudolfshaus
Telefon: +49 6544 373
E-Mail: info@hotel-forellenhof.de
https://www.hotel-forellenhof.de/
84 €/EZ incl. Frühstück
129 DZ incl. Frühstück
Stichwort: STUMM-Orgelverein

Falls eine private Unterbringung in Rhaunen oder Sulzbach gewünscht wird, sollte ein kurzer Hinweis im Feld „Zusätzliche Informationen – Anmerkungen zur Bestellung“ eingegeben werden, wenn die Rechnungsdetails an der Kasse angegeben werden.

Weitere Fragen?

Für Fragen kann gerne das Kontaktformular genutzt werden.

Prof. Alessandro Bianchi

Alessandro Bianchi wurde in Como geboren und am Konservatorium in Piacenza bei Luigi Toja ausgebildet. Er schloss sein Studium mit Diploma in den Fächern Orgelspiel und Komposition ab. Weitere Impulse erhielt er in Meisterkursen bei Nicholas Danby und Arturo Sacchetti.

Er ist künstlerischer Leiter des Vereins Amici dell‘ Organo di Cantu (Orgelfreunde von Cantu) und Organist der anglikanischen KircheSt. Edward the Confessor in Lugano.

Bislang gab er über 2400 Orgelkonzerte, überwiegend als Solist. So trat er bei vielen internationalen Orgelfestivals in zahlreichen Ländern in allen Kontinenten auf.

Als Spezialist für italienische Musik wurde er nach England, Tschechien, Deutschland, Spanien, USA, Singapur und Mexiko eingeladen, um Meisterkurse und Unterricht zu geben. Rundfunk- und Fernsehproduktionen in Europa, USA und Brasilien sowie CD – Einspielungen mit Orgelmusik ergänzen seine Tätigkeit.

Er ist Jury-Mitglied verschiedener Orgelwettbewerbe, darüber hinaus wurden ihm von vielen Komponisten neue Orgelwerke gewidmet.

2014 verlieh ihm die Stadt Cantu den Titel „Ehrenbürger“ für seine künstlerischen und kulturellen Verdienste.

STUMM-Orgeln in Rhaunen und Sulzbach

Rhaunen, ev. Kirche

Die Orgel von 1723 gilt als eine der ältesten erhaltenen Orgeln von Johann Michael Stumm (1683-1747), mit ihrem ungewöhnlichen Aufstellungsort mit einer eigens gebauten Empore als hinterspielige Brüstungsorgel auf der rechten Seite des Seitenschiffs. Trotz einiger Umbauten, u.a. einer technischen Neuanlage von 1934 besitzt das Werk einen hohen Anteil an Originalsubstanz. Zuletzt wurde die Orgel 1978 durch Johannes Klais, Bonn restauriert.

Disposition

Manual C, D – c3 (48 Töne)
Octav 4′ Prospekt + 3 Blindpfeifen, original
Principal 8′ C, D-a° Holz, offen, ab b° Metall, original
Hohlpfeif 8′ C, D-a° Holz, ab b° Metall, original
Quint 3′ Metall, weitgehend original
Flöt 4′ Metall, gedeckt, original
Superoctav 2′ Metall, weitgehend original
Terz 1 3/5′ Metall, 4 Pfeifen erhalten, ansonsten 1978
Mixtur 3f 1′ Metall, Octavrepetition g° und g1, teilw. orig.
Cornet 4f 4′ Metall, teilw. 1978 rekonstruiert
Trompet 8′ Bass/ Diskant, 1978 rekonstruiert
Vox humana 8′ Bass/ Diskant, 1978 rekonstruiert
Pedal C, D – c1 (original C – c° = 12 Töne)
Principalbaß 8′ Ds-c° Prospekt, original, C, D aus Holz
Subbaß 16′ gedeckt, Holz
Pedalkoppel
Tremulant
Stimmtonhöhe: 438Hz bei 15°C (= „Chorton“), mitteltönige Temperatur nach Dom Bedos, 80mmWS

Sulzbach, ev. Kirche

Die Orgel geht auf das Jahr 1746 zurück und gilt als das letzte Werk von Johann Michael Stumm, das gleichwohl schon von seinen Söhnen mitgebaut wurde. Für die Größe der Kirche mit 23 Registern eher großzügig ausgelegt, war sie wohl das Vorzeigeinstrument der in Sulzbach ansässigen Werkstatt.

Nach der Plünderung durch französische Truppen um 1800 wurde das Pfeifenwerk um 1820 mit leichten Veränderungen in der Disposition wieder hergestellt, die originale Balganlage wurde um 1900 durch einen Magazinbalg ersetzt. 1981 wurde die Orgel durch Johannes Klais, Bonn restauriert.

Disposition

I Hauptmanual C, D – c3 (48 Töne)
Principal 8′ C, D – E Holz, offen, F-h2 im Prospekt, orig.
Viola di Gamba 8′ Metall, original
Octav 4′ Metall, C, D – B Prospekt, original
Hohlpfeif 8′ C, D-h° Holz, ab c1 Metall, gedeckt, orig.
Quintatön 8′ H-c3, rekonstruiert 1981
Quint 3′ Metall, original
Flöt 4′ gedeckt, Metall, original
Superoctav 2′ Metall, original
Clarin 4′ Metall, rep. bei c2, rekonstruiert 1981
Mixtur 3fach 1′ Metall, Oktavrep. g°, g1. original
Trompet 8′ Bass/ Diskant-Teilung, Metall, original
II Positiv C, D – c3 (48 Töne)
Principal 4′ C, D – a1 im Prospekt, ab b1 innen, original
Hohlpfeif 8′ C, D-h° Holz, ab c1 Metall, gedeckt, orig.
Quint 3′ Metall, 1820 original
Flaut travers 8′ Diskant, Holz, offen, 1820 original
Octav 2′ Metall, 1820 original
Flöt 4′ gedeckt, Metall, 1820 original
Salicional 2’/4′ rep. c1, Metall, original, ab c1 rek. 1981
Cromhorn 8′ Metall, original 1820
Vox humana 8′ Metall, rekonstruiert 1981
Pedal C, D – d° (14 Töne)
Quint 6′ Holz, offen, rekonstruiert 1981
Principalbaß 8′ Holz, offen, original
Subbaß 16′ Holz, gedeckt, original
Manualkoppel II – I als Schiebekoppel
Pedalkoppel I-P über Mechanik
Tremulant
Stimmtonhöhe: 462,5Hz bei 15°C (= „Cornetton“), Temperatur nach Werkmeister III, 78mmWS

Rhaunen kath. Kirche

Durch den Neubau der kath. Kirche St. Martin von 1887/1888 wurde das bis dahin bestehende Simultaneum in Rhaunen aufgelöst. 1893 baute Gustav Stumm (1855-1906), Kirn, ein Sohn von Georg Karl Ernst Stumm (1824-1869), des in der 5. Generation getrennten Zweiges der Sulzbacher Werkstatt die neue Orgel.

Die Kegelladenorgel mit mechanischer Traktur und freistehendem Spieltisch blieb fast unverändert erhalten und wurde 2008/2009 von Rainer Müller, Merxheim restauriert.

Disposition

I Manual C – f3 (54 Töne)
Principal 8′ E – fs1 Prospekt, rek. 2009, C-Ds, ab g1 orig.
Octav 4′ cs°-b° Prosp., rek. 2009, die anderen orig.
Gamba 8′ Metall, original
Bordun 16′ ab c°, Holz/ Metall, gedeckt, original
Rohrfloet 8′ C-H Holz, ab c° Metall, original
Octav 2′ Metall, original
Mixtur 3fach 2 2/3′ Metall, Quintrep. c°, c1, c2 original
Trompet 8′ Metall, ab fs2 dopp. Becherlänge, orig.
II Manual C – f3 (54 Töne)
Flauto dolce 4′ C-f2 ged., ab fs2 konisch offen, orig.
Liebl. Gedeckt 8′ C-h° Holz, ab c1 Metall, original
Salicional 8′ Metall, original
Pedal C – d1 (27 Töne)
Violoncello 8′ Metall, original
Subbass 16′ Holz, gedeckt, original
Manualkoppel II-I
Pedalkoppel I-P
Calcant
Kollektivzüge: MF, FF
Stimmtonhöhe: 438Hz bei 15°C, gleichschwebend, 94mmWS