Stumm-Arbeitstagung in Amorbach
Liebe Freunde und Kenner der STUMM-Orgeln,
Der Münchner Musikwissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Eppelsheim (*1930) beschäftigte sich sein ganzes Arbeitsleben lang forschend und gutachterlich mit der Orgelbau-Werkstatt Stumm. Er verfasste auch seine nie gedruckte Habilitationsschrift darüber. Seine etwa 200 Dokumentationen erhaltener Stumm-Orgeln, die zum überwiegenden Teil bis heute unveröffentlicht sind, bilden ein einzigartiges Konvolut von Forschungsdaten in der Organologie.
Damit zählt Eppelsheim ohne Zweifel zu den herausragenden akademischen Orgelforschern des 20. Jahrhunderts. Weltweit. Über die traditionellen Aufgaben der Sicherung dieses Wissens und seiner Erschließung hinaus ist es heute unser Anliegen, diese einzigartige Ressource zu digitalisieren, zu kontextualisieren und für die virtuelle Modellbildung nachhaltig bereitzustellen. Damit soll nicht nur die Forschung über, mit und an Orgeln beflügelt werden, sondern es sollten auch künftige Vorhaben der Wartung, Reparatur, Restaurierung, Rekonstruktion oder Auralisierung wirkungsvoll unterstützt werden.
Denn ohne Zweifel sind Stumm-Orgeln heute – über die wissenschaftliche Forschung, das liturgische und künstlerische Orgelspiel hinaus – nicht nur für ihre Besitzer und Sachaufwandsträger ein großes Thema, sondern auch für die Branchen von Orgelbau, Restaurierung, Denkmalpflege, Organisten-Ausbildung, Konzertwesen, Audiomedien-Produktion, Kreativwirtschaft oder Tourismus von Belang.
Jürgen Eppelsheim, der seit etwa 1960 mit seiner systematischen Forschung über Jahrzehnte die wissenschaftliche Basis für die Würdigung dieser großen Orgelbauer-Dynastie gelegt hat, darf konkurrenzlos als Nestor der Stumm-Forschung gelten. Die Orgeln sind weiträumig verteilt. Die Werkstatt Stumm in Rhaunen-Sulzbach im Hunsrück hat von etwa 1715 bis 1920 in sechs Generationen in einer weiten Region zwischen Karlsruhe im Süden, dem Niederrhein im Norden, Luxemburg und Saarland im Westen und dem Odenwald im Osten etwa 400 Orgeln gebaut. Die Familie galt vor allem im 18. Jahrhundert stilbildend und als Modell, an dem sich der mittelrheinische Orgelbau messen konnte.
Seit der letzten GdO-Tagung in Augsburg bereiten nun Prof. Dr. Josef Focht, Leipzig, und Dr. Hans-Wolfgang Theobald, Bonn, die Publikation und Fortführung der Arbeit von Jürgen Eppelsheim vor. Dies soll an der Forschungsstelle DIGITAL ORGANOLOGY am Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig geschehen, wo die wichtigsten Teile des Nachlasses digital erschlossen und in weiterer Forschung vertieft werden sollen. Ein solches Vorhaben kann nur im Schulterschluss mit kooperierenden Partnern gelingen! Hier sind vorrangig die Gesellschaft für Bayerische Musikgeschichte, deren Mitglied Jürgen Eppelsheim ist, und der Stumm-Orgelverein in Rhaunen-Sulzbach zu nennen, dem der Forscher seinen schriftlichen Nachlass anvertraut hat, sowie die Gesellschaft der Orgelfreunde, mit deren Unterstützung eine breite Öffentlichkeit für dieses Vorhaben gewonnen werden kann.
Die einzige Stumm-Orgel in Bayern steht in Amorbach, sie zugleich das größte Instrument der Werkstatt, Jürgen Eppelsheim hat als Sachberater 1980/1982 das Konzept für ihre Restaurierung und Teilrekonstruktion erstellt, und so die technische wie klangliche Verbindung der Orgel von 1782 mit der beachtenswerten Überarbeitung von 1868 durch das Haus Steinmeyer möglich gemacht, die im 20. Jahrhundert mehrfach verändert wurde.
Aus all diesen Gründen ist es als Glücksfall zu verstehen, dass nun eine Tagung zu diesem Thema in Amorbach veranstaltet werden kann. Die Referate der Tagung werden im Amorbacher Hotel Emich’s in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Klosters stattfinden, die Orgelführung und das Konzert in der Abteikirche selbst.
Der Beginn ist am Freitag, 6. Oktober 2023, um 14:30 Uhr, den Schlusspunkt bildet ein gemeinsames Mittagessen am Samstag, 7. Oktober 2023, um 13 Uhr.
Folgende Referenten haben zugesagt, deren Beiträge in ihrer Reihenfolge aber noch nicht festgelegt sind:
Franziska Bühl: Digitalisierung, Modellbildung, Forschung an Orgeln
Wolfgang Fink: Die Mensurtafeln der Orgelbauer Stumm
Josef Focht: DIGITAL ORGANOLOGY am Musikinstrumentenmuseum der Universität Leipzig
Nikolaus Könner: Dokumentation als Voraussetzung der Orgel-Restaurierung
Hans-Wolfgang Theobald: Der Nachlass Eppelsheim
Birgit Wagner: Führung durch die Barockkirche
Dominik Ukolov: Auralisierung und Virtualisierung von Orgeln und Kirchenräumen
Das Konzert am Freitagabend in der ehemaligen Abteikirche von Amorbach ist öffentlich geplant:
Johannes Geffert: Orgelkonzert an der Stumm-Orgel
Das vollständige Programm ist auf folgender Website zu finden:
https://organology.uni-leipzig.de/index.php/forschung/stumm-tagung
Die Tagung ist öffentlich, jeder und jede Interessierte ist herzlich willkommen. Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben; eine Anmeldung per Mail ist erbeten an
Mit herzlichen Grüßen,
Prof. Josef Focht und Dr. Hans-Wolfgang Theobald
Daniel Roth an der restaurierten STUMM-Orgel in Trittenheim
Mit Daniel Roth (* 1942) kommt einer der weltweit führenden französischen Orgelvirtuosen an die Mosel. Er ist Organist an der Kirche St. Sulpice/Paris. Dort war auch der Trierer Georg Schmitt (1821-1900), der Komponist des Moselliedes "Im weiten deutschen Lande", von 1850-1863 als Organist tätig. Auf dem Programm stehen Orgelwerke verschiedener Epochen sowie eine Improvisation.
Termin: Mittwoch, 19. April 2023, 19.30 Uhr
Thomas Diedrich singt mit einer Chorgruppe der PG Mehring u. a. Werke von Daniel Roth und Georg Schmitt.
Konzerteinführung ab 19.15 Uhr: Thomas Diedrich im Gespräch mit Daniel Roth (über sein Leben und sein Konzertprogramm).
Eintritt frei. Um eine großzügige Spende zur Restfinanzierung der STUMM-Orgel wird gebeten.

www.trittenheim.de
www.danielroth.fr
www.aross.fr
Orgelmatinée zum Hottenbacher Markt
In gewohnter Manier präsentieren Johannes und Gerrit Schmieden in Hottenbach wieder ein buntes Programm, bei dem neben der Klassik auch Unterhaltung, Jazz und Improvisation nicht zu kurz kommen und eröffnen damit die ebenfalls zur Tradition gewordene Bilderausstellung ihres Vaters Prof. Hartmut Schmieden
Orgelmatinée: "Heitere Orgelmusik zum Herbstmarkt"
Zum "Rhauner Maad" am Samstag, den 7. Oktober um 11:00 Uhr bringt Wolfgang Fink aus Bischofsdrohn heitere Orgelmusik in die kath. Kirche Rhaunen.
Die STUMM-Orgel in der kath. Kirche besteht nun bereits seit 130 Jahren. Sie wurde 1893 von Gustav Stumm aus der 6. Generation gebaut, aber nicht in Sulzbach sondern in Kirn. Dieser hatte nach dem frühen Tod seines Bruders Julius die Werkstatt von Emmerich dorthin verlegt. Seine Enkelin Erika Lichtschlag sorgte im Jahr 2005 durch eine großzügige Spende für die Restfinanzierung der vorbildlichen Restaurierung dieser STUMM-Orgel durch Orgelbauer Rainer Müller, Merxheim.
Orgelmatinée - Von Clérambault zu Brubeck
Musik von Johann Jakob Brand aus Idar-Oberstein
Am Samstag, dem 2. September, um 11 Uhr wird Kirchenmusikdirektor Ulrich Seibert, Kantor an der Ludwigskirche in Saarbrücken die Matinée an der STUMM-Orgel in Sulzbach bei Rhaunen gestalten.
Unter der Überschrift „Von Clerambault bis Brubeck“ wird Orgelmusik aus 300 Jahren zu hören sein. Darunter auch Werke von Johann Jacob Brand: Er wurde am 24.11.1694 in Idar-Oberstein als Sohn des dortigen Kantors geboren, und war dann in Saarbrücken als Kirchenmusikdirektor und Geheimer Sekretär der Saarbrücker Fürsten tätig. Hier einige Stationen aus seinem Leben:
- 1728 Komposition der Trauerkantate zum Tode von Graf Friedrich Ludwig von Nassau-Ottweiler
- 1741-1742 Cembalist am Hof in Saarbrücken
- 1741-1742 Empfehlungen zur Verbesserung der Musik am Hof und in den Schulen
- 1749 Erarbeitung von drei Choralmelodien für das Nassau-Saarbrückische Gesangbuch
- 1755 Ernennung zum Musikdirektor in Saarbrücken
- 1755 Publikation der "Sonata quarta in F" in einem Nürnberger Sammeldruck; Komposition von drei Sonaten für Traversflöte, zwei Gamben und Cembalo (als Handschrift erhalten)
- Am 23. Mai 1768 ist er in Saarbrücken gestorben.
Ulrich Seibert (Das Foto zeigt ihn an „seiner“ STUMM-Orgel in Wolfersweiler.) wurde 1964 in Neunkirchen/Saar geboren und lebt heute in Freisen-Asweiler. Er ist verheiratet und hat vier Kinder. Während seines Studiums der Theologie und der Kirchenmusik war er Kirchenmusiker der Evangelischen Kirchengemeinde St. Wendel. Nach Abschluss seines Studiums (A-Examen) arbeitete er als Kantor in Brunsbüttel, Schleswig-Holstein.
Von 1994-2014 war er Kantor an der Johanneskirche in Heidelberg-Neuenheim. Dort gründete er den Figuralchor Heidelberg, mit dem er unter anderem die Chorliteratur des 20. Jahrhunderts pflegte. Wichtig ist ihm auch die Umsetzung der historisch informierten Aufführungspraxis. Außerdem tritt er als Konzertorganist auf.
Von 2010-2014 war Seibert Dozent für Chorleitung sowie Tonsatz und Gehörbildung im Haus der Kirchenmusik der Evangelischen Landeskirche Baden in Schloss Beuggen. Seit 1. September 2014 ist er Kreiskantor des Kirchenkreises Saar-West und Kantor der Kirchengemeinde Alt-Saarbrücken an der Ludwigskirche und ist derzeit Ausbildungsleiter des C-Kurses An der Saar. Außerdem war er von 2014 bis 2021 Chorleiter des GospelChores Saarbrücken.
2022 wurde er von der Evangelischen Kirche im Rheinland zum Kirchenmusikdirektor ernannt.
Orgelmatinée - Tänze aus 6 Jahrhunderten
In der Orgel-Matinée spielt Irene Roth-Halter (Schweiz) (www.irenerothhalter.ch) Tänze von der Renaissance bis zur heutigen Zeit aus der Schweizer Volksmusik, welche sich mit heiteren Stücken aus verschiedenen Epochen abwechseln.
Orgelmatinée -"Unter einer grünen Linden"
Am Samstag, dem 03.06.2023, 11.00 Uhr lässt der gebürtige Bad Sobernheimer Konzertorganist Reinhard Siegert auf der STUMM-Orgel in der evangelischen Kirche Rhaunen ein Programm zum Thema „Unter einer grünen Linde“ mit Werken von Speth, Sweelinck, Kerll, Poglietti und Walther erklingen. Ganz im Sinne des Themas wird neben einem „musikalischen Blumenfeld“ auch ein Kuckuck und eine Nachtigall zu hören sein.
Eintritt frei! Spende am Ausgang!
Orgelmatinée: Alles neu macht der Mai: „Lautstarkes auf Stumm?!“
Der STUMM-Orgelverein freut sich, nach der langen Corona-Pause wieder zu seinen regelmäßigen Orgel-Matinéen einladen zu können. Diesmal soll es eine musikalische Verbeugung vor den Künsten des Monats Mai, dem „Mozart des Kalenders“ werden. An der STUMM-Orgel der Evangelischen Kirche Schauren spielt Christian Kurtzahn, der Kreiskantor im Kirchenbezirk Idar-Oberstein und Obere Nahe. Er studierte Schulmusik und Kirchenmusik (A-Examen) in Heidelberg und Mannheim sowie Evangelische Theologie in Heidelberg. Sein künstlerisches Examen legte er im Fachbereich „Orgel“ ab.
Die populäre Musik ist das Zentrum seines musikalischen Ausdrucks; die Kunst des Improvisierens kennzeichnet zudem sein Klavier- und Orgel-Spiel.
So werden in der Orgel-Matinée am 6. Mai 2023 um 11 Uhr auf der STUMM-Orgel leichte und unbeschwerte klassische Weisen und auch Frühlings- und Maienlied-Improvisationen zu Gehör kommen.
Eintritt frei!

Variatio delectat - Kontraste aus Holland, Belgien, England und Frankreich
Eine der bedeutendsten Stumm-Orgeln wird 300 Jahre alt: die in der evangelischen Kirche Rhaunen, sozusagen die "First Lady" direkt an der Quelle, wo die Stumm-Dynastie tätig war.
Gereon Krahforst, der als Improvisator und Interpret symphonischer Musik bekannt wurde, seit einigen Jahren aber auch einer intensiven Beschäftigung mit "Alter Musik" nachgeht, spielt festliche und meditative Werke sowie Variationsreihen von Sweelinck und Scheidt sowie Kompositionen aus wenig bekannten französischen und flämischen Orgelbüchern des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts. Dazu erklingen alt-englische Stücke sowie eine abschließende Improvisation von virtuosen Variationen.
Das Konzert findet im Rahmen der "Orgelwochen" im "Kultursommer Rheinland-.Pfalz" statt und wird veranstaltet vom STUMM-Orgelverein.
Der Eintritt ist frei.
1. STUMM-Orgelakademie
Die Anmeldefrist wird bis zum 4. September verlängert
Herzlich willkommen zur ersten STUMM-Orgelakademie!
Aus Anlass des 300-jährigen Bestehens der Orgel in der ev. Kirche in Rhaunen lädt der STUMM-Orgelverein zu seiner ersten STUMM-Orgelakademie ein.
Vom 19. - 23. September 2023 unterrichten vier national und international bekannte Experten für historische Musik an vier verschiedenen STUMM-Orgeln. Die Kurse finden jeweils an einem anderen Wochentag statt, so dass die Teilnehmenden in den Genuss des Unterrichts aller Dozenten kommen können. Die Kurse sind auch einzeln buchbar. Die Kurse finden von Dienstag bis Freitag statt. Die Akademie endet am Samstag mit einem Abschlusskonzert der Teilnehmenden an der Jubiläumsorgel in der ev. Kirche in Rhaunen.
Studierende können entweder am Unterricht teilnehmen (aktive Teilnahme) oder als Zuhörer (passive Teilnahme).
Hier das Programm zum Download:
Die Anmeldung erfolgt online unter folgendem Link:
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Hier noch ein paar wichtige Informationen:
Die Anmeldefrist wird bis zum 4. September verlängert










